UAS im Fokus der Umweltgesetzgebung

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Ökodesign-Richtlinie nimmt UAS ins Visier

Die Ökodesign-Richtlinie 2009/125/EG (Eco-Design) legt Anforderungen an die umweltgerechte Gestaltung „energieverbrauchsrelevanter Produkte“ im gemeinsamen Binnenmarkt der EU fest und umfasst den gesamten Lebenszyklus eines Produkts von der Herstellung bis zur Entsorgung. Ziel der Richtlinie ist die Einsparung von Energie und anderen Ressourcen bei der Herstellung, dem Betrieb und bei der Entsorgung von energieverbrauchsrelevanten Produkten.

Welche energieverbrauchsrelevanten Produkte im Rahmen der Ökodesign-Richtlinie mit Umweltanforderungen belegt werden, wird in einem mehrstufigen Prozess mit Vorstudien analysiert. Für den neuen Ökodesign-Arbeitsplan 2020-2024 werden nun erstmals Unmanned Aircrafts (Drones) diskutiert. Laut aktuellem Stand des ersten Stakeholder-Treffens (Video ab 1:16:00) zur Studie des Ökodesign-Arbeitsplans sind reine Transportdrohnen nicht betroffen.

Was bedeutet das?
Es werden Umweltauflagen erarbeitet, die zu einem bestimmten Zeitpunkt in verbindliche Vorgaben für die Hersteller umgewandelt werden, um Energie- und Ressourcenverbrauch zu senken. Oft bedeutet dies für Hersteller einen hohen Entwicklungs-, Umsetzungs- und damit auch Kostenaufwand.

Der VDMA hat diesen Prozess in der Vergangenheit durch die verschiedenen Instanzen bereits intensiv für unterschiedliche betroffene Produkte begleitet. Auch in diesem Fall nutzen wir die Verbandsstärke, um praktikable Vorgaben für die Hersteller zu erwirken.

Warum jetzt?
Nicht ganz zufällig dürfte die Erwägung, UAS unter Eco-Design zu regulieren, kurz nach dem Inkrafttreten der harmonisierten Inverkehrbringens- und Betriebsvorschriften (2019/947 und 2019/945) sein. Mit einer etwaigen Regulierung unter Eco-Design komplettiert sich gewissermaßen der regulatorische Rahmen für Drohnen und soll auch dessen Umweltauswirkungen adressieren. Die beiden erstgenannten Rechtsakte bilden ihrerseits wiederum eine regulatorische Grundlage für Bezugnahmen und Abgrenzungen in einer entsprechenden Eco-Design-Maßnahme.

Wie geht es weiter?
Eine Registrierung der AG IDS beim Studiennehmer als Stakeholder ist erfolgt. Bis zum 21. August 2020 läuft die Frist für die Einreichung schriftlicher Kommentare zu den Berichtsentwürfen der bisherigen technischen Kriterien (Task 2 und Task 3).

Eine erste Analyse dieser Dokumente zeigt, dass bereits bei der Abschätzung der Relevanz quasi keine belastbaren Zahlen vorliegen. Auch die Festlegung des Scopes auf grundsätzlich alle Unmanned Aircrafts mit Abflugmassen zwischen “0.005 g und 15 tons” sowie Spannweiten zwischen “1 mm and over 60m” werfen Fragen auf, bzw. lassen erahnen, dass für den weiteren Prozess zusätzliche diesbezügliche Einschränkungen zu machen sein werden.

Der Studiennehmer scheint auf Basis der in der Vorstudie recherchierten Daten davon auszugehen, dass die Herstellungsphase für die Umweltauswirkung viel entscheidender zu sein scheint als die Betriebsphase. Eine hohe Energieeffizienz im Betrieb sei im Hinblick auf Wünsche von Herstellern und Betreibern grundsätzlich zu unterstellen. Indikativ deutet dies also darauf hin, dass der Studiennehmer Schwerpunkte bzgl. Ressourcenschonung im Lebensabschnitt “Herstellung” und bei der Reduzierung gefährlicher Substanzen in den Komponenten der UAS setzen würde.

Eine erste Web-Infoveranstaltung ist für den 19. August 2020 geplant, mit dem Ziel, eine Kommentierung fristgerecht zum 21. August einzureichen.